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Man schrieb das Jahr anno 1700, als die Neckarweihinger Bevölkerung das Fest der Walpurga, die Walpurgisnacht, am 30. April, am Ufer des Neckars feierten. Zu Ehren Walpurgas trugen sie ihre selbst geschnitzten Hexenmasken Jedes Jahr fand das Fest an den Neckarauen statt. Ein ausgelassenes Fest mit großem Freudenfeuer, Musik und Tanz. Jahr für Jahr kamen die Neckarweihinger, ob arm, ob reich, dicke oder dünn, jeder der Freude am Feiern hatte war da. Nur die Herrschaft zu Ludwigsburg ward nicht gekommen. Das fröhliche Feiern des Pöbels war dem Ludwigsburger Adel ein Dorn im Auge, denn es entsprach nicht dem höfischen Protokoll Die Stadtwache schickte die Herrschaft statt dessen nach Neckarweihingen, um an den Neckarauen dem Treiben des Pöbels Einhalt zu gebieten und recht und Ordnung wieder herzustellen. Die Soldaten rückten an, und der Bevölkerung zu Leibe. mit roher Gewalt rissen die Soldaten die Masken von den Köpfen der feiernden Menschen, löschten das Feuer und vertrieben die Bevölkerung vom Festplatz. In Rupfensäcke warfen sie alle Masken und marschierten wieder zurück nach Ludwigsburg. Oh was für eine Tragödie, das Feuer gelöscht die Masken fort, die Walpurgisnacht ohne Feuer und Masken, das Fest war gelaufen.
Das Fest jäh beendet, die Soldaten abgezogen mit den Masken, da fasten ein paar mutige Männer den Entschluß den Soldaten zu folgen. In gebührendem Abstand, so dass sie gerade noch sehen konnten was die Soldaten mit den Masken in den Säcken anstellten, folgten die Männer ihren Peinigern. Die Soldaten marschierten durch die Wälder in Richtung Ludwigsburg, zu ihrer Kaserne. Nach ein paar Kilometern stellten die Männer fest, dass sich die Soldaten im Wald der Säcke mit den Masken entledigt hatten. Die Maskenlast wurde den Soldaten zuviel, außerdem konnten sie mit den Masken nichts anfangen. Die Säcke mit den Masken warfen sie im Wald ins Dickicht und marschierten zurück in die Garnison . Die Männer atmeten auf. Die Verfolgung hatte ein Ende. Irgendwo hier im Wald mussten die Säcke mit den Masken liegen.
Mit dieser freudigen Nachricht kehrten sie heim. Am nächsten Morgen zog ein kleiner Trupp los um nach den Masken zu suchen. Die Suche war allerdings vergeblich. Es wurde nichts gefunden, weder die Säcke noch die Masken. Es vergingen Tage, Wochen, aber die Masken waren wie vom Erdboden verschluckt und nicht auffindbar.
Einige Wochen später zog erneut eine Gruppe in die Wälder um noch einmal gründlich zu suchen. An diesem Tag war alles anders im nahe gelegenen Wald. Als der Suchtrupp den Wald betrat, wurden sie von Eulen umflattert. Die Eulen wichen ihnen nicht von der Seite. Immer wieder flogen sie ein Stück voraus und deuteten an, der Trupp möge ihnen folgen. Tiefer und tiefer lotsten die Eulen die Männer in den Wald. Dichter und dunkler wurde es, in dieser Gegend waren sie noch nie. Doch sie folgten den Eulen wie von einer magischen Macht angezogen. Der Lohn dafür sollt sie auch gleich bekommen, denn wo der Wald am dichtesten und dunkelsten war, lagen die Säcke mit den Masken. Glücklich über den Fund bemerkten sie nicht gleich das etwas Seltsames geschah. Just in dem Augenblick als die Säcke mit den Masken gefunden waren, wurde es plötzlich still, die Eulen waren verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt und als sie aufsahen standen sie auf einer Lichtung nicht weit von Neckarweihingen entfernt. Das Einzigste was an die Eulen erinnerte, war eine Feder am Rupfensack der die Masken beinhaltete.
Zurück in Neckarweihingen erzählten sie von ihrer wundersamen Führung durch die Eulen und präsentierten mit Stolz den Fund. Sofort wurden die Masken ausgepackt. Doch oh Schreck, die Masken waren zerstört, in fünf Teile waren die Masken zerbrochen. Was sollten sie tun das nächste Fest stand vor der Tür. Es blieb nur ein Ausweg die fünf Teile irgendwie wieder zusammen fügen. Lange Rede kurzer Sinn man nahm Zwirn und band damit die Einzelteile zusammen.
Heute werden die Masken der Neckartal - Hexen e.V. nach dieser Überlieferung gefertigt. Am einem Stück geschnitzt, zersägt und mit Zwirn zusammen gebunden . Die Eulen die den Männern den Weg zu ihren Masken zeigten, bekamen ein symbolisches Denkmal gesetzt. Die Eule wurde Symbolfigur und flattert den Neckartal - Hexen e.V. bei Umzügen voran.
Ach ja eine Maske hatten die Soldaten übersehen, die des Urvaters der Neckartal - Hexen e.V. den Neckar - Teufel. Diese Maske blieb aus einem Guss.
So wird jedes Jahr dem, Neckar - Teufel und der Urhexe Biesli, mit dem Hexenerwecken und Hexentaufe am 06. Januar gedacht.
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