Kiesranzen                                          

ist der Unname (Schimpf - Name) der Neckarweihinger Bürger. Es war die Zeit um 1700 als in Ludwigsburg das Schloss gebaut wurde.

Man schrieb das Jahr 1704, der Grundstein des Ludwigsburger Barockschlosses wird gelegt, ein paar findige Neckarweihinger Bürger kamen auf die Idee, wer ein Schloss bauen möchten, benötigt Baumaterial und Kies, ja viel Kies. Kies das hatten die Neckarweihinger zu genüge vor der Haustüre, im Neckar. 

 

So begannen die Neckarweihinger Handel mit Kies zu betreiben und man sah schnell wer im Ort Geschäfte mit den Herrschaften aus Ludwigsburg machte, denn denen ging es besonders gut.

 

Nicht nur an der Kleidung sondern auch am Körper konnte man den Reichtum erkennen, ihnen wuchs der Ranzen (Bauch) vom guten Essen und Trinken, so dass in den umliegenden Dörfern bald nur noch von d´Kiesranzen gesprochen wurde, wenn es um Neckarweihingen ging. Der Unname von Neckarweihingen war geboren “d´Kiesranzen“

Das Häs

Die Figur des Kiesranzens wurde anhand alter Zeichnungen und Stichen aus den Jahren um 1700 aus dem Stadtarchiv der Stadt Ludwigsburg rekonstruiert.
So entstand im Jahre 2000 der Kiesranzen als historische Figur der Neckartal-Hexen e.V.

 

Die Bekleidung besteht aus einem grauen Gehrock mit rotem Kragen. Da der Gehrock etwas zu eng um den “Ranzen” ist wurde ein zweiter Knopf angenäht und mit einer Münzkette geschlossen.
Unter dem Gehrock wird eine rote Weste und ein weißes Leinenhemd (Pullover) ohne Kragen, wie es zu dieser Zeit üblich war, getragen.
Um den Hals wird ein rotes, schwäbisches Halstuch mit einer lockeren Knotung gelegt.


Das Beinkleid eine 3/4 Pumphose wurde der Witterung im Winter entsprechend gewählt, das original Bild aus dem Stadtarchiv Ludwigsburg zeigt den “Kiesranzen” in Sommerkleidung mit kurzer Hose.
Die Hose ist wie ein Trichter geschnitten, am Ranzen beginnend verjüngt sich die Hose nach unten.

 

Der Kiesranzen ist ein gut beleibter Mann, deshalb wird ein Kissen zum Auspolstern verwendet, da keiner der Hästräger einen solchen Ranzen vor sich her trägt. Die Farbe der Hose ist an Gehrock und Weste angeglichen, aus rot, grau und schwarz kariertem Stoff, dazu graue Kniestrümpfe, schwarze Stiefel und graue Handschuhe. Ein Zimmermannshut mit einer Fasanenfeder geschmückt ist die Kopfbedeckung. Als Zeichen der Würde ist ein schwarzer Stockschirm immer dabei.

 

Der Kiesranzen schreitet während des Umzuges mit Maske, ansonsten mit einer rot, grau, schwarz kariertes Wollmützchen auf dem Kopf durch die Lande.

Die Maske

Die Maske des Kiesranzens wurde von Jogi Weiß, einem Maskenschnitzer aus Oberhof bei Ravensburg, angefertigt.

 

Die Urmaske des Kiesranzens schnitzte er nach einer Vorlage des Ludwigsburger Archivs. Sie zeigt den rechten Mann, den unbescholtenen Neckarweihinger um 1700. Die Maske zeigt ein verschmitztes Lächeln mit dem Ausdruck der Zufriedenheit.


Jogi Weiß ist es gelungen die Lebensfreude, Würde und den sichtlichen Reichtum der Kiesranzen einzufangen und in der Maske wieder zu spiegeln.
Die Maske ziert ein großer schwarzer Hut mit Band, eine Hutkrempe hängt nach unten, die Andere ist nach oben gekrempelt. Eine lange Feder (Fasanen Dachfeder) gibt ihm einen Geldadel-Tatsch.


An das schwarze Maskentuch unter dem Hut, sind zotteligen, schwarze Haare angenäht.

Der Kiesranzen im Verein

Der Kiesranzen ist als Gruppe mit 4 Personen geplant. Den Kiesranzen verkörpern verdiente Althexen. Der Kiesranzen stellt die historische Neckarweihinger Lebensart dar und im Gegensatz zu den Hexen soll das süße Leben in Reichtum und Wohlstand wieder gespiegelt werden.

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Neckartalhexen e.V.